Mein Beitrag zum veganen Monat April

von Jürgen Hauschke

Zwei Ereignisse sorgten dafür, dass ich mein Leben komplett umgestellt habe und heute vegan lebe. Ehrlich gesagt verstehe ich nicht, warum es erst soweit kommen musste bis ich zu dieser Erkenntnis kam.

Klar war ich tierlieb und eher ein Wald- als ein Stadtmensch, aber mein Leben drehte sich „nur“ in meinem Kosmos. Das Wohlbefinden meiner Familie, finanzielle Sicherheit und coole Freunde, mit denen ich Spaß haben kann, waren meine Prämissen. Warum sollte ich darüber nachdenken, wie mein Essen produziert wird? Was sollte falsch daran sein, Fleisch zu essen, Milch zu trinken, in den Urlaub zu fliegen oder Plastikflaschen zu kaufen? Das „normale“ Leben und meine Erziehung sorgten dafür, dass ich mir diese Fragen nicht stellte.

Auf einer Schulung lernte ich dann einen Mann kennen, der für sein Alter sehr sportlich, lebensbejahend und überhaupt sehr positiv war. Er war ehemaliger SEK- und GSG- Ausbilder und Veganer. Irgendwie war es unausweichlich, mit ihm ins Gespräch zu kommen und irgendwann zu fragen, wie er in jeder Hinsicht so gut drauf sein kann, wenn er sich nur von Pflanzen ernährt? Er erklärte uns kurz alles und versorgte uns mit diversen Informationen. Als ich nun zum ersten Mal hinter die Mauern der Tierhaltung und Verarbeitung geschaut hatte, begriff ich, wie blind ich war und was meine Lebensweise für Folgen hatte. Meine Frau und ich waren schockiert, peinlich berührt, traurig, wütend und umgehend bereit unser Leben zu ändern.

Kurze Zeit später traf uns dann ein „Schicksalsschlag“. Bei meiner Frau wurde Krebs diagnostiziert. Chemo, Bestrahlung und Antihormontherapie machen den Körper kaputt und man beschäftigt sich automatisch damit, wie man das Leben wieder lebenswert macht. Diese Krankheit, Erfahrungsberichte vieler Betroffener und das Wissen um die Zustände in der tierbasierten Lebensmittelherstellung führten nun unweigerlich in die vegane Ernährung.

Natürlich gab es ein paar Situationen, in denen man zu Anfang noch schwach geworden ist, aber das ist lange her. Mittlerweile kochen und backen wir schon so lecker, dass bestimmte Erinnerungen einfach erloschen sind. Es schmeckt, es geht uns gut und wir sind stolz darauf, dass kein Tier für uns leiden oder sterben muss.

Mein Wunsch an jeden, der diese Worte liest: Bitte verändere auch du dein Leben. Zu Zeiten von Klimawandel, Artensterben und immer gefährlicheren Viren hat die Menschheit nur eine Chance: Wenn sie mit der Natur lebt und nicht gegen sie.

©Jürgen Hauschke, April 2020

In dieser Rubrik teilen unsere Vereinsmitglieder ihre Anfänge und Erfahrungen mit dem Veganismus mit. Heute schreibt Jürgen Hauschke aus Bad Belzig in Brandenburg. Jürgen ist Sprecher der vegan4future-Regionalgruppe Berlin-Brandenburg und betreut für unseren Verein eine Informationshütte mit Naturpark in Bad Belzig.

Ihr findet weitere Informationen auf unserer Webseite: 
https://vegan4future.de/regionalgruppen/

Und natürlich auf der eigenen Webseite der Regionalgruppe Berlin/Brandenburg: 
https://www.initiative-natur.de/ 

#veganerMonatApril
#veganesJahrzehnt
#vegan4future